Emissionen | 103-1, 103-2, 103-3

Managementansatz 2016 (Angabe 103-1, 103-2, 103-3)

Wie andere produzierende Unternehmen verursacht Symrise direkte und indirekte Treibhausgasemissionen, die die Durchschnittstemperatur der Erde ansteigen lassen. Dies hat weitreichende Folgen für Mensch und Natur: Gebiete, die versteppen und verwüsten, eine Zunahme an Überschwemmungen, und damit verbundene Hungersnöte und Flüchtlingsbewegungen. Für Symrise führt der Klimawandel zu steigenden Energie- und Rohstoffpreisen sowie klimabezogenen Kosten, beispielsweise durch den Emissionshandel. Zudem könnten Geschäftsverlust und Kursverfall unserer Aktie aufgrund von Reputationsverlusten die Folge sein. Zugleich bietet der Klimawandel aber auch Chancen, etwa durch den vermehrten Einsatz effizienter Technologien, die auch Kosten sparen. Aufgrund der Dringlichkeit der Klimaproblematik werden im Rahmen von SDG 13 umgehende Maßnahmen zum Klimaschutz gefordert.

Das Thema Emissionsreduktion verantwortet Corporate Sustainability, unterstützt vom Sustainability Board. Das Sustainability Board trifft sich mehrmals pro Jahr und diskutiert, bewertet und berichtet klimabezogene Daten und Entwicklungen. Ziele und Programme werden vom Sustainability Board festgelegt und schließlich vom CEO genehmigt.

Unternehmensbezogene Risiken und Chancen in Bezug auf den Klimawandel werden mindestens halbjährlich vom Risikomanagement bewertet und an den Vorstand berichtet.

Die Reduktion von klimaschädlichen Emissionen ist Teil unserer Umweltstrategie und unseres Umweltmanagements. Unsere Fortschritte im Bereich Emissionsreduzierung stellen wir unter anderem durch die Teilnahme an der unabhängigen Investoreninitiative CDP jährlich unter Beweis.

Im Berichtszeitraum konnte Symrise ebenfalls erneut im CDP (ehemals Carbon Disclosure Project) Rating überzeugen. Trotz erheblich gestiegener Anforderungen an die CDP Rating Teilnehmer gehörte Symrise auch in diesem Jahr erneut zur Spitzengruppe. Bereits zum vierten Mal konnte die höchste Auszeichnung „A“ in der Kategorie Klima erreicht werden. Bis August 2017 war Symrise das einzige Unternehmen der Branche, dessen Klimastrategie von der Initiative Science Based Targets anerkannt wurde.

Auch in der Kategorie Wasser konnte im Berichtsjahr erstmals die Bestwertung „A“ im Wasserschutz-Rating und damit eine Position auf der begehrten A-Liste erreicht werden. Darüber hinaus erzielte Symrise auch in der Kategorie Waldschutz mit „A-“ ein gutes Ergebnis. Seit 2016 belegt Symrise im CDP-Rating damit Spitzenpositionen bei den Themen Klimawandel, Schutz von Wasser und Wald und unterstreicht damit seine Pionierleistungen auf diesen Gebieten.

2017 begannen wir mit dem CDP Supply Chain-Programm. Unsere Lieferanten mit dem höchsten Risikostatus wurden gebeten, dem CDP Supply Chain-Programm zu folgen. Da das 2017-Programm als Pilot betrachtet wurde, forderten wir die Lieferanten im Jahr 2019 analog zum Vorjahr erneut sowie mit gesteigerter Datenqualität und Detailinformationen zur Teilnahme auf. Im Vergleich zum Jahr 2017 hat sich die Anzahl der Rückläufe in der Kategorie Klimawandel im Berichtsjahr dabei von 44 auf 64 gesteigert – die Rücklaufrate liegt damit bei 52 %. Die Anzahl der Lieferanten, die berichten, dass klimabezogene Fragen auf Vorstandsebene beaufsichtigt werden, hat sich im Jahr 2019 außerdem fast verdoppelt – auf 83 % gegenüber 43 % im Jahr 2017. Darüber hinaus haben 74 % unserer Lieferanten im Berichtsjahr angegeben, sich in Initiativen zur Emissionsreduzierung einzubringen – im Jahr 2018 waren es noch 57 % gewesen. Mit Blick auf unser Scienced Based Target von 80 % im Jahr 2020 bewegen wir uns hiermit bereits in die richtige Richtung. 45 % unserer Lieferanten gaben außerdem an, im Jahr 2019 ihre Emissionen (Scope 1+2) im Vergleich zur vorherigen Berichterstattung verringert zu haben – im Jahr 2018 waren es noch 33 % gewesen. Knapp die Hälfte unserer Lieferanten (48 %) nehmen darüber hinaus wiederum ihre eigenen Zulieferer in Hinblick auf klimabezogene Fragestellungen in die Pflicht und tragen ihr Engagement zum Thema damit weiter entlang ihrer jeweiligen Wertschöpfungsketten. Im Vergleich zu 2017 hat sich dieser Anteil damit fast verdreifacht.

Symrise erfasst den CO2-Ausstoß seiner betrieblichen Tätigkeiten nach dem international anerkannten Greenhouse Gas (GHG) Protocol Corporate Standard. Wir berichten dabei zu Scope 1 (direkte Emissionen), Scope 2 (indirekte Emissionen) und Scope 3 (weitere indirekte Emissionen).

Symrise verpflichtet sich ab 2030 klimapositiv an all seinen weltweiten Produktionsstandorten auf Basis der Scope 1+2 Emissionen des GHG-Protokolls zu sein. In diesem Rahmen haben wir uns dazu verpflichtet, die Öko-Effizienz unserer Treibhausgasemissionen (Scope 1+2) bis 2025 um mehr als 60 % zu steigern, basierend auf der Wertschöpfung. Mit diesem verschäften Klimaziel erreicht Symrise sein im Jahr 2017 genehmigtes Science Based Target bereits frühzeitig. Symrise kann damit außerdem die „Business Ambition for 1,5°C“ unterschreiben und nimmt damit eine Vorreiterrolle beim unternehmerischem Engagement für eine Zukunft, nicht wärmer als 1,5°C, ein.

Unser ambitioniertes Klimaziel erreichen wir unter anderem durch die kontinuierliche Steigerung der Energieeffizienz an allen Produktionsstandorten, den Einkauf umweltfreundlicher Energien sowie die Abgabe überschüssiger Energie an die lokalen Gemeinschaften vor Ort: Neben kontinuierlichen Maßnahmen unserer lokalen Total Productive Maintenance-Teams, die energieintensive Verbrauchsgeräte wie Motoren, Lüftungen oder Heizungen und Kühlungen fortlaufend durch effizientere Alternativen ersetzen, reduzieren wir insbesondere durch unsere Kraft-Wärme-Kopplungsanlage am Standort Holzminden unseren CO2-Ausstoß bei der Energieerzeugung jährlich um rund 35 %. Der Anteil des Stroms aus erneuerbaren Energien weltweit liegt im Berichtsjahr bei 24,1 %. Zusätzlich haben wir seit 2018 unseren gesamten externen Strombezug in Deutschland auf Grünstrom umgestellt und haben uns bis 2025 zum Ziel gesetzt diese Maßnahme auf unsere Standorte weltweit auszuweiten – und damit allen eingekauften Strom aus erneuerbaren Energien zu beziehen. In Deutschland haben wir darüber hinaus das für den Betrieb der Kraft-Wärme-Kopplungs Anlage eingesetzte Gas komplett durch den Erwerb von zertifizierten Emissionsreduktionszertifikaten kompensiert und unterstützen somit weltweit hochwertige Klimaschutzprojekte. Dieses Engagement soll auch in unseren zukünftigen Stromkaufvereinbarungen (PPAs) ab 2023 weiterhin verankert werden. Unsere zentralen Zulieferer fordern wir außerdem auf, sich bis 2020, zu eigenen Treibhausgas-Reduktionszielen zu bekennen.

Für sein ambitioniertes Klimaschutzprogramm, das Engagement bei der nachhaltigen Gestaltung der Lieferkette sowie den Einsatz zum Erhalt der Biodiversität wurde Symrise im Berichtsjahr mit dem ersten Platz des Deutschen Nachhaltigkeitspreises ausgezeichnet. Im selben Jahr trat das Unternehmen außerdem der „Allianz für Entwicklung und Klima“ bei – einer Multi-Akteurs-Partnerschaft bestehend aus mehreren hundert Unternehmen, Verbänden, Behörden und Zivilgesellschaft zur Förderung der freiwilligen Kompensation von CO2 unter Federführung des Bundeministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Seit Ende des Jahres 2019 ist Symrise außerdem Mitglied der RE100 Initiative und verpflichtet sich damit auch gegenüber diesem externen Kreis auf den Strombezug aus erneuerbaren Quellen.